PDF Drucken E-Mail

„My Community, Our Earth”

Das Programm „My Community, Our Earth: Geographic Learning for Sustainable Development (MyCOE)“ wurde 2001 von der Association of American Geographers, dem ESRI, der National Geographic Society und dem United Nations Environment Programme ins Leben gerufen.


Grundidee war es, ein internationales Programm zu initiieren, das Themen rund um nachhaltige Entwicklung auf lokaler Ebene unter Miteinbeziehung von SchülerInnen und StudentInnen beleuchtet und diesen dadurch Lernen mit geographischen Werkzeugen und Konzepten näher bringt.

In der ersten Phase des Programms wurde ein weltweiter Wettbewerb für Projekte von SchülerInnen bzw. StudentInnen durchgeführt, die Werkzeuge und Konzepte aus der Geographie zum Einsatz brachten. Das Echo war enorm – es wurden mehr als 200 Projekte aus 27 Staaten eingereicht. Aus diesen wurden von einer Fachjury 10 Arbeiten ausgewählt, die 2002 im Rahmen des World Summit on Sustainable Development (WSSD) in Johannesburg präsentiert wurden. Diese demonstrierten in besonderer Weise das gesteigerte Bewusstsein der EinreicherInnen in Bezug auf wirtschaftliche, soziale und ökologische Herausforderungen, denen sich Städte und Länder auf der ganzen Welt stellen müssen.

Die Webseite des Programms ist nach wie vor für Projekte von Schulen und Universitäten aus aller Welt eine wichtige Plattform zur Publikation von Projektarbeiten. Projektteams werden von MyCOE durch Materialien und durch Vermittlung von MentorInnen bei ihrer Arbeit unterstützt. Dabei wird großer Wert darauf gelegt, den „Digital Divide“ bestmöglich zu überbrücken und allen Interessierten die Erarbeitung von Projekten mit Geographiebezug zu ermöglichen, ohne dass diese irgendwelche technischen Grundvoraussetzungen erfüllen müssen. Auch wenn oftmals auf Computerunterstützung oder eben GIS zurückgegriffen wird, wurden auch zahlreiche Arbeiten nur mit Hilfe von Vermessungen, händischen Aufzeichnungen und selbst angefertigten Karten realisiert. Damit wurde dem Wunsch nach wirklich weltweiter Beteiligung – ohne Berücksichtigung eines Digital Divide – Rechnung getragen. Allerdings ist natürlich für die Veröffentlichung der Projektarbeiten auf der Webseite eine Internetanbindung notwendig – so kann mit anderen Projektteams, MentorInnen, EntscheidungsträgerInnen, aber auch UnterstützerInnen in Kontakt getreten und den Arbeiten eine entsprechende Plattform geschaffen werden.

Mittlerweile wurde auf der Webseite von MyCOE eine große Zahl von Projekten aus mehr als 20 Themengebieten (vom Klimawandel über Armut bis hin zu Tourismus) gesammelt, die in Form von PDF-Dokumenten online zur Verfügung stehen. Durch diese Projekte wird deutlich, dass Nachhaltigkeit viele Gesichter hat und überall auf der Welt Relevanz besitzt. Es werden die abstrakten, allgemein gehaltenen Ziele rund um nachhaltige Entwicklung, wie sie etwa im Rahmen des WSSD präsentiert wurden, auf lokale Ebene heruntergebrochen und konkretisiert. Dadurch konnte den Projektteams die Bedeutung dieser Thematik auf reale, unmittelbare und für sie persönlich bedeutsame Art und Weise näher gebracht werden. Die SchülerInnen bzw. StudentInnen lernen, das Konzept der Nachhaltigkeit an ihrem eigenen Wohnort umzusetzen. Dadurch wird ihnen die Bedeutung dessen bewusst gemacht, wirtschaftliche Entwicklungen im Einklang mit der Natur zu verfolgen und Ressourcen für zukünftige Generationen zu bewahren.

So wurden unter Verwendung von Karten und Raumanalysen etwa Stadterneuerungen in Jamaika, nachhaltige Landwirtschaft in Nigeria, Ökotourismus in Singapur, Verschmutzung durch Industrie in Polen oder vieles mehr erarbeitet. Dabei wurden verschiedene Ansätze verfolgt – abhängig davon, wie genau die entsprechenden Analysen durchgeführt wurden und ob die SchülerInnen ihre Nachbarschaft, Gemeinde, Stadt oder ihr Land bearbeiteten. Die Problemstellungen und Lösungen sind weltweit durchaus unterschiedlich – dadurch wird klar, dass nachhaltige Entwicklung von den geographischen Gegebenheiten abhängig ist.

Durch die Arbeit der SchülerInnen bzw. StudentInnen wird deutlich, dass eine nachhaltige Zukunft in die Hände einer innovativen, kreativen Generation gelegt wurde. Diese soll in der Lage sein, die Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung, die die Gesellschaft auf der ganzen Welt betrifft, anzunehmen. Die online zur Verfügung gestellten Materialien (Lernmaterialien, „Digital Adventures“, Software oder Datenquellen – um nur einige zu nennen) bieten eine breite Palette an Möglichkeiten für den Unterricht in Naturwissenschaften oder Umweltkunde – sowohl formell als auch informell -, sodass die Welt als großes Ganzes verstanden und ein Schritt in Richtung einer nachhaltigen Zukunft getan werden kann.

------------------------------

Bildquelle:
http://www.aag.org/sustainable/gallery/projects/barrett_et_al.pdf

 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren